Drogeninfomobil

 Um Jugendliche besser zu erreichen, geht die Drogenhilfe Lahr neue Wege. Sie sucht gezielt junge Menschen dort auf, wo sie anzutreffen sind: in den Schulen. Dazu wurde vor rund einem Jahr das Projekt „Drogeninfomobil“ ins Leben gerufen.

 Große Pause am Zeller Bildungszentrum. Neugierig umdrängeln Schüler den zu einem Info-Zentrum umgerüstete VW-Transporter. Im Fernsehapparat läuft ein Videofilm, in dem die Beratungsstelle und ihrer Mitarbeiter vorgestellt werden. Im zweiten Teil des Films werden Interviews mit Schülern und Lehrern gezeigt, die kurze Zeit vorher an der Schule aufgenommen wurden. Einige kecke Schüler kommen mit den beiden Mitarbeiterinnen Tina Schwellnus und Martina Goedtler ins Gespräch, andere nehmen sich bereit liegende Broschüren Informationsmaterial oder verweilen an den Stellwänden mit Informationen zu den unterschiedlichsten Dogen und ihren Auswirkungen. Die zwanzig Minuten Pause werden optimal genutzt, das Ziel wird erreicht, nämlich mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen um das Vertrauen der Jugendlichen werben, ihnen das Gefühl geben, dass wir sie und ihre Probleme Ernst nehmen“, formulierte Tina Schwellnus ein wichtiges Ziel des Projekts. Sie und ihre Mitarbeiter gingen im Anschluss an die große Pause in die siebten Klassen des Bildungszentrums, um mit den Kindern, ohne Anwesenheit eines Lehrers, über Drogen und deren Risken und Gefahren zu sprechen. Dies sei notwendig, denn „ wir von der Beratungsstelle wissen, dass sehr oft ein Informationsdefizit über Drogen besteht“, sagte Tina Schwellnus, die zudem darauf hinwies, dass viele Jugendliche eine Menge Fragen zu Drogen hätten, jedoch nicht unbedingt ihre Eltern und Lehrer zu Rate ziehen würden. Die Gespräche würden absolut vertraulich behandelt. Ab 1. Juni unterhält die Drogenhilfe Lahr auch in Zell a.H. eine Außenstelle. In der Spitalstraße 11 steht jeden Mittwoch Martina Goedtler für Information und Beratung zur Verfügung.

Dass das Drogeninfomobil überhaupt fünf Tage lang an der Zeller Schule Station machen konnte, ist der Firma Prototyp zu verdanken, die großzügig die Kosten dafür übernahm. „Durch die guten Kontakte zwischen der Firma und der Zeller Schule war es für uns keine Frage, dieses wichtige Vorhaben zu unterstützen“, sagte Betriebsleiter Karl Lehmann, der zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden Werner Dangl das Infomobil besuchte. In seinen Dankesworten stellte Rektor Hans Spathelf den pädagogischen Auftrag der Schule im Hinblick auf Drogeninformation und -prävention heraus. In dieser Hinsicht würden immer wieder unter der Leitung von Peter Metzger, Drogenbeauftragter am Bildungszentrum, Veranstaltungen für Schüler und Eltern stattfinden.

 

Mobile Drogenberatung an der Zeller Schule.
Von links: Peter Metzger, Drogenbeauftragter am Bildungszentrum, Werner Dangl und Karl Lehmann von der Firma Prototyp, Rektor Hans Spathelf, Tina Schwellnus und Martina Goedtler von der Drogenhilfe Lahr.

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