Großes Interesse an Lernkonzept und Ausstattung

Eltern und Viertklässler informierten sich im Bildungszentrum Ritter von Buß

Rund zweihundert interessierte Eltern und Schüler der vierten Klasse konnten am Tag der offenen Tür das schulische Angebot und das pädagogische Konzept in der Realschule und der Werkrealschule kennen lernen.
Nach der musikalischen Begrüßung mit einem schwungvollen „Welcome everybody“ der Fünftklässler wurden die Gastschüler von Schülerscouts aus der R10 in Empfang genommen und gruppenweise zu den vielfältigen Lernangeboten in den Klassenzimmern und Fachräumen begleitet.
Schulleiterin Anne-Catrin Medel und Konrektorin Verena Roschach informierten die Eltern über die Besonderheiten in beiden Schularten. Die Realschule bietet mit dem Abschluss der Mittleren Reife nach der 10. Klasse alle Möglichkeiten für den Besuch weiterführender Schulen oder den Übergang ins Berufsleben. Besonders stellte die Schulleiterin das Konzept des schulischen Lernens in Klasse 5 und 6 heraus: Hier stehen individuelle Förderung und selbstorganisiertes Lernen im Mittelpunkt, für das in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch eine gesonderte Stunde zur Verfügung steht. Mit jedem Kind wird auch einzeln über den Lernfortschritt gesprochen. In der Orientierungsstufe gibt es zudem kein Sitzenbleiben mehr. Deshalb wird in der Realschule ab der 7. Klasse in zwei unterschiedlichen Leistungsstufen unterrichtet: Das so genannte M-Niveau führt zur Mittleren Reife, das G-Niveau ermöglicht nach Klasse 9 den Werkrealschulabschluss.
Gemeinsame Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt
Das Profil der Werkrealschule ist stärker praxisorientiert und stellt im Stundenplan der Klassen 5 und 6 den Kernfächern jeweils eine Stunde mehr zur Verfügung. Auch hier wird nach dem Konzept des individuellen Lernens unterrichtet. Nach der Prüfung in Klasse 9 können Schülerinnen und Schüler mit einem entsprechenden Notendurchschnitt eine 10. Klasse besuchen und den mittleren Bildungsabschluss erwerben.
In beiden Schularten wird gezielt auf die Berufs- und Lebenswelt vorbereitet. Dazu kooperiert das Bildungszentrum mit einer Vielzahl von Betrieben und Einrichtungen in der Region.
„Gemeinsam Schule machen“ heißt für Rektorin Medel auch, den „Erfahrungsschatz der Schülerinnen und Schüler“ durch gemeinsame Veranstaltungen schulartenübergreifend zu erweitern: Sportwettbewerbe, Schwimmbadfest und Wintersporttag, Teilnahme am Europäischen Wettbewerb für Kunst, am Börsenspiel der Sparkassen, am Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels finden alljährlich statt und waren oft erfolgreich.
Das vielseitige Angebot der offenen Ganztagesschule mit Hausaufgabenbetreuung, künstlerisch-kreativen, musikalischen, handwerklichen und sportlichen Aktivitäten wurde den Eltern ebenso vorgestellt wie das pädagogische Konzept des hundegestützten Unterrichts. Im Bildungszentrum sind derzeit zwei Schulhunde im Einsatz.
Sozialarbeiterin Valerie Zimmermann informierte über die Schulpatenschaften in den 6. Klassen und die Kooperation mit den Lehrkräften sowie weitere Aktionen, etwa im Bereich der Sucht- und Gewaltprävention.
Für ein zeitgemäßes Lehren und Lernen
Das Lernangebot für die zukünftigen Fünftklässler in den beiden Schulgebäuden spiegelten das weitgefächerte Bildungsangebot wider. Besonders angetan waren viele Grundschüler von den Experimenten im Fach BNT (Biologie/Naturphänomene/Technik) und den Möglichkeiten im Computerraum, wo man sich an einem „digitalen Daumenkino“ versuchen konnte. Staunende Gesichter auch im hochmodernen Technikbereich, wo eine Maschine nach einer CAD-Zeichnung ein Werkstück fräste. In der Schulküche konnten die Mädchen und Jungen aus Honig, verschiedenen Ölen und Kakaobutter einen Lippenpflegestift herstellen.
Viel Spaß hatten die Gastschüler beim Spiel mit den Boomwhackers im Musiksaal und beim Ausprobieren verschiedener Falttechniken im Fach Bildende Kunst. Geschicklichkeit und Bewegung waren bei den pädagogischen Spielen in Meso und beim Sport in der Ritter von Buß-Halle gefragt.
Die Eltern konnten sich in einem Rundgang durch die Fachräume von der modernen und großzügigen Ausstattung für ein zeitgemäßes Lehren und Lernen überzeugen. Der vielseitige Einsatz der digitalen Tafeln im Unterricht stieß auf ebenso großes Interesse wie die Schulküche auf neuestem umweltfreundlichen Stand. An Ort und Stelle wurde auch über das Fach „Alltagskultur/Ernährung/Soziales“ (AES) informiert. Es gehört neben Technik und Französisch zum Wahlpflichtbereich in der Realschule ab Klasse 7. Im Fach Französisch kann im Bildungszentrum bereits in der Klasse 5 ein „Brückenkurs“ besucht werden, der an das Grundschulfranzösisch anknüpft und in Klasse 6 zu einem „Testfach“ erweitert wird, bevor sich die Schüler endgültig festlegen.
Zur Mittagszeit versammelten sich Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler in der Mensa, wo die Klasse W7 für das leibliche Wohl der Gäste sorgte. Im Foyer informierte Beratungslehrerin Marlene Kühnhanss über ihre Tätigkeit im Umgang mit Schülern. Ein reger Gedankenaustausch zwischen allen Beteiligten beendete den Informationstag im Zeller Bildungszentrum.

Autor: Hansjörg Wörner, Schwarzwälder Post