Zeller Grundschüler als kleine Opernstars

Wiener Kinderoper „Papageno“ gastierte Im Kulturzentrum

Sie ist Mozarts Prototyp der deutschen Oper und das weltweit meist gespielte Werk des genialen Komponisten: „Die Zauberflöte“. Die Mädchen und Jungen der Zeller Grundschule fanden am Donnerstagvormittag auf eine besondere Weise ihren Zugang zu dem Meisterwerk. Die Wiener Kinderoper „Papageno“ gastierte mit ihrer Produktion als so genannte Mitmachoper im Zeller KuVz. Zwei ausgebildete Opernsänger mit Schauspiel- und Regieerfahrung führten durch das Werk, in das die Kinder aktiv mit einbezogen wurden. Zwei Veranstaltungen, eine für die Klassen 1 und 2, eine weitere für Kl. 3 und 4, fanden statt.
Bereits Monate zuvor hatte die Schule umfangreiches Vorbereitungsmaterial erhalten, bestehend aus Texten, Noten und Hintergrundinformationen. Die Inszenierung selbst war bewusst kindgerecht gehalten, was die Szenenauswahl, die Sprache und auch den Mozart typischen Humor betrifft. Ganz nebenbei erfuhren die Schülerinnen und Schüler auch Grundlegendes aus der Opernwelt, lernten die Stimmlagen der beiden Profis – Bariton und Sopran – kennen. Die Musik kam vom Band und ein Schüler dirigierte vom Pult aus wie ein Orchesterleiter im Opernhaus.
Musiklehrerin Dorothea Kuhnt hatte die Sprechrollen mit Mädchen und Jungen aus verschiedenen Klassen besetzt und die Texte eingeübt, so dass vor der „Opernpremiere“ im KuVz nur einige Regieanweisungen und Stellproben stattfanden.
Mit Flöte und Glockenspiel
Im Wechselspiel aus Proben, Singen und Spielen entfaltete sich mit Kostümen und Requisiten ein beeindruckendes Szenario. Prinz Tamino, der im Zauberwald von einer Schlange verfolgt wird, fällt in Ohnmacht, wird aber von drei Hofdamen der „Königin der Nacht“ gerettet. Von den Zofen erhalten Tamino und sein treuer Begleiter Papageno auch die „Zauberinstrumente“ – eine Flöte und ein Glockenspiel -, mit dem sie die entführte Tochter der Königin, Prinzessin Pamina, befreien sollen. Für Spiel und Vortrag der jungen Protagonisten gab es immer wieder Szenenapplaus.
Mucksmäuschenstill war es bei der dramatischen Szene, als Pamina von ihrer Mutter einen Dolch erhält, um Sarastro zu töten, den die Königin fälschlich für einen bösen Zauberer hält. Doch Pamina entscheidet sich dagegen. Es siegt das Gute. Ein Höhepunkt der Aufführung war der „Sklavenchor“, bei dem alle Mädchen und Jungen sangen und tanzten.
Nach schwierigen Prüfungen, die sie bestehen, geloben Tamino und Pamino eine bessere Welt zu schaffen. Eine Welt ohne Hass und Gewalt, in der es aber trotzdem Platz für Freude und Unterhaltung gibt. Und weil die Liebe für Abwechslung sorgt. Das hat auch Papageno erfahren – durch seine junge hübsche Papagena. Mozarts „Botschaft“ kam bei den Schülerinnen und Schülern an.
Alles in allem ein gelungener Balanceakt zwischen Wahrhaftigkeit und Märchenhaftem, ein wunderbarer „Flötenzauber“. Konrektor Wolfgang Scharer dankte den beiden Theatermachern aus Wien, die mit ihrer „Mitmachoper“ bewiesen haben, dass man ein junges Publikum mit einer anspruchsvollen und pädagogisch wertvollen Thematik begeistern kann.

Autor: Hansjörg Wörner, Schwarzwälder Post